Bronzeguss, Gussverfahren

Bronzeguss,
Gussverfahren

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Die einzelnen Modelle werden – je nach Form und Größe – in unter- schiedlichen Verfahren gegossen, in Techniken die auf eine Jahrtausend- alte Tradition zurückgehen. Je nach- dem sind bis zu 20 verschiedene Arbeitsgänge nötig, bis aus dem Ur- modell ein fertiges Kunstwerk aus Metall entsteht. Wir beraten jeden Kunden welches der Gießverfahren eingesetzt werden kann: Sandguss, der heute meist für leicht abformbare Teile angewendet wird. Kom- pliziertere Objekte werden im Wachsausschmelzverfahren gegos- sen. Dieses Verfahren bietet die Möglichkeit für Künstler, die Retu- sche der Arbeiten in Wachs selbst oder mit Unterstützung der Kunsthandwerker vorzunehmen. Für kleinere Plastiken und schwierige Form- teile bietet sich der Vakuumguss als zusätzliches Verfahren an.

Die Silikonformherstellung

Um eine Gussform für den Wachsausschmelzguss zu erstellen, ist für jeden einzelnen Guss ein Wachs- positiv des jeweiligen Objekts not- wendig. Um dieses positive Wachs- modell zu gewinnen, das dem Originalmodell genau entspricht und später ausgeschmolzen werden kann, muss zunächst eine flexible Negativform erstellt werden. Dazu wird das Originalmodell jeweils zu einer Hälfte mit Tonplatten belegt, die dann mit Gips überzogen wer- den. Sind die sogenannten Gipsstützschalen getrocknet, wird die Tonschicht entfernt und beide Schalen werden wieder um das Modell gelegt. Anschließend wird in die jeweilige Hohlraumhälfte zwischen Originalmodell und Gips flüssige Gelatine oder Silikon gegossen. Die originaltreue Negativform ist nach dem Entnehmen des Original- modells nun fertig für die Erstellung des Wachspositivs.

Das Wachsausschmelzverfahren im Gips-Schamottguss

Zur Erstellung des Wachspositivs fügt man beide Formhälften der Negativform zusammen und gießt sie mit heißem Wachs aus. Nach einigen Minuten des Erkaltens entsteht eine feste Wachsschicht. Das überschüssige Wachs wird wieder ausgegossen, so dass ein hohles Wachsmodell entsteht. Dieser »Wachsrohling« wird mit einem Gips-Schamottekern gefüllt, danach vom Künstler nochmals retuschiert und anschließend mit Gusskanälen und Steiger versehen. Das Ganze wird mit Gips-Schamotte umhüllt, wodurch die für den Guss notwendige Schamotteform entsteht. Diese wird im Brennofen 3 bis 4 Tage lang bei über 750 °C ausgebrannt bis das Wachs ausge- schmolzen und die Schamotteform mit ihren Hohlräumen vollständig getrocknet und gebrannt ist. In diese Hohlräume wird im nächs- ten Arbeitsschritt die im Tiegelofen auf ca. 1250 °C erhitzte, von der Schlacke befreite flüssige Bronze in einem Zug in die ausgebrannte Form gegossen. Viele Künstler möchten diesen Augenblick miterleben, wenn ihre Skulptur gegossen wird.

Das Wachsausschmelzverfahren im Keramikguss

Bei besonderen Anforderungen an das zu gießende Teil findet das keramische Verfahren seine Anwendung. Hierbei wird die Gussform nicht aus Gips-Schamotte sondern aus keramischer Masse erstellt. Das aus der flexiblen Negativform hergestellte hohle Wachsmodell wird mit Gusskanälen und Steiger versehen und je nach Größe vier- bis sechsmal in keramische Masse getaucht und getrocknet. Die dabei entstehende Schale, die eine Stärke von 6 bis 10 mm erreicht, wird im Brennofen bei 800 °C gebrannt. Das Wachs schmilzt hierbei aus und die Schale erreicht die nötige Härte um das flüssige Metall aufzunehmen. Je nach angewendetem Verfahren wird nach dem Erkalten die Keramikschale oder die Schamotteform/-block zerschlagen um das gegossene Kunstwerk freizulegen.

Der Sandguss

Der Sandguss, eine bewährte Technik, für Reliefs, Schrifttafeln, Wappen und Kleinskulpturen mit geringen Hinterschneidungen. Der hierfür eingesetzte Formsand hat eine besondere Konsistenz. Seine Feinheit ermöglicht eine detailgetreue Wiedergabe des abzu- formenden Modells. Das Modell des Künstlers aus festem Material – in der Regel Plastilin, Wachs, Gips oder Holz – wird formgerecht zerlegt, bevor es der Kunstfomer in zwei- oder mehrteiligen Formkästen in Sand einformt. Besitzt das Modell die zur Ausformung benötigte Formschräge genügt meist eine zweiteilige Sandform. Bei zu gießenden Teilen mit Hinterschneidungen muss eine mehrteilige Sandform erstellt werden, um das Modell wieder aus der Form entnehmen zu können. Anschließend wird in diese Sand- formen mit der Negativdarstellung des Modells das Anschnittsystem mit den notwendigen Zuläufen, Eingusstrichtern und Entlüftungskanälen geschnitten. Danach werden die Formkästen fest zusammengeklammert und die flüssige Bronze eingegossen. Nach dem Erkalten wird die Form zerschlagen, das gegossene Werk entnommen und dem Ziseleur zur Weiterbearbeitung übergeben.

Brilliante Oberflächen mit Punzen und Meissel

Nach dem Gießen wird in der Ziselierwerkstatt der Rohling so weiter bearbeitet, bis die Vor- stellung des Künstlers exakt umgesetzt ist. Nach dem Zerschlagen der erkalteten Schamotteform bzw. Keramikschale wird der Rohling gereinigt und die Oberflächenqualität begutachtet. Oft entscheidet der Künstler per- sönlich, wie seine Skulptur durch die Oberflächenbearbeitung zu ihrem eigentlichen Glanz und Leben kommen soll. Wenn der Ziseleur Einguss- und Abluftkanäle abgetrennt und eventuell mehrteilig Gegossenes zusammengeschweißt hat, geht er mit großer Sorgfalt daran, die Oberflächen mit Ziseliereisen (Punzen) oder Meißel, mit Feile, Schaber, Schleif- und Polierwerkzeuge nachzuarbeiten. Gesichter, Muskeln und Ornamente werden in konzentrierter Teilarbeit herausgearbeitet, Nuancen hervor- gehoben und die Besonderheiten des Objekts betont. Für den Künstler besteht die Möglichkeit, die weitere Bearbeitung mit zu begleiten oder selbst Hand anzulegen. Oft arbeiten bei der Detail- Ziselierung oder beim Finish Künstler und Kunsthandwerker Hand in Hand. »… Der Ziseleur hat alle Vorgaben, die er braucht. Aber erst durch seine Interpretation kommt das Erz heraus. Er kennt jenen Ausdruck, der dem Metall entspricht. Erst durch seine Linienführung kommt der Charakter in das Werk, den ich mir vorstelle, wenn ich modelliere. … Ist der Ziseleur nicht imstande, mir nachzuempfinden, der Vorgabe zu folgen, sie umzusetzen in das Erz, ist mein Werk nur zur Hälfte realisiert.« Siehe auch: Bronze-Oberflächen

Lebendige Patina

Das Patinieren ist der letzte Schritt zur Umsetzung eines künstlerischen Werks. Der Patineur nimmt den natürlichen Vorgang der Oxidation vorweg. Je nach dem, welchem Ein- fluss die Kupferlegierung ausgesetzt ist, verändert sich die Bronze im Laufe der Zeit. Hierfür kommen unterschiedliche Patinierlösungen zum Einsatz, die nach alten, überlie- ferten Rezepturen hergestellt wer- den. Die Bronze wird zunächst für einen genau festgelegten Zeitraum in ein Patinabad getaucht, um dann in Handarbeit weitere Patienierlö- sungen aufzutragen und mit der Gasflamme einzubrennen. So lassen sich jeweils ganz besondere Farbnuancen und Schattierungen erzielen. Der Charakter und die Ausstrahlung des Bronzeobjekts werden intensiviert. Abschließend wird die patinierte Oberfläche versiegelt. • Sonderpatina, Sondertönungen, …weiter >> http://wp.me/p5pRZT-1tk

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